• Foto: Ariel Huber, Lausanne
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Sanierung Wohnhaus Schaffhauserrheinweg 63, Basel

Architektur:
Florian Rauch

Bauherrschaft:
Bauherrin Marlies Maeder


Das Mehrfamilienhaus am Kleinbasler Schaffhauserrheinweg wurde 1892 als zweigeschossiger Bau mit Hochparterre, Bel Etage und Mansarddach durch die Baumeister Carl Keckeis und Adolf Bay errichtet. Bereits 1899 wurde das Mansardgeschoss durch das Baugeschäft Gysin & Maisenhölderzu einem zweiten Vollgeschoss umgewandelt, im Dachgeschoss wurden Mansardzimmer eingerichtet. Zu dieser Zeit entstand im rükwärtigen Hof auch ein bemerkenswerter hölzerner Gartenpavillion.

In den 1970er Jahren wurden die Fassade, das Dach und die Fenster renoviert. Dabei erlebte die Fassade eine Purifizierung: schadhafte Teile der steinmetzmässigen Architekturgliederung wurden einfach auf die Fassade zurückgearbeitet und nicht repariert. Der ursprüngliche Putz wurde durch stark kunststoffhaltiges Material ersetzt. Die bauzeitlichen Fenster blieben lediglich im Treppenhaus und im Dachgeschoss erhalten, sonst wurden sie ersetzt. Trotz dieser Eingriffe war das Gebäude in seiner Struktur und mit seinem sehr wertvollen Bestand an ursprünglichen Ausstattungsteilen vollständig erhalten geblieben.

Restaurierung 2018–2019
Unmittelbar vor den Arbeiten von 2018–2019 zeigte sich das Anwesen stark sanierungsbedürftig: Die beim Umbau 1899 in Betonbauweise eingefügten Balkone des zweiten Stockwerks drohten sich von der Fassade zu lösen. Die Sanitär-, Heizungs- und Elektrohaustechnik waren am Ende ihrer Lebenszeit. Das Dach war undicht, eindringendes Wasser hatte teilweise sogar zu Schäden am Tragwerk geführt. Die Metallkonstruktionen der gläsernen Vordächer und die reichhaltig verzierten Balkongeländer waren stark korrodiert. Es gab ein Bedürfnis nach einem besseren Wärmeschutz und den Wunsch nach Solarenergienutzung für die Brauchwarmwassererwärmung. Die Zimmer des Dachgeschosses sollten zu einer Mietwohnung umgestaltet und der Brandschutz verbessert werden.

Die Restaurierung erfolgte in grossem Respekt vor der vorgefundenen Ausstattung. Ausserdem wurde die verlorengangene Gliederung der stark beeinträchtigten Fassade wiederhergestellt. Eine thermische Solaranlage wurde sehr diskret auf dem mittleren Dachaufbau platziert. Die historischen Wohnungsabschlüsse wurden bewahrt und zu Brandschutztüren umgebaut. Geätzte Glasscheiben, Keramikbeläge, Parkettböden und weitere originale Elemente wurden reparierend instand gestellt. All diese Massnahmen machen das Gebäude zu einem Vorzeigebeispiel für eine denkmalgerechte Sanierung, die auch energetisch gesehen vorbildlich ist. 

Seinen Abschluss fand die sorgfältige Restaurierung aktuell mit der Instandstellung der Aussenräume und des wertvollen hölzernen Gartenpavillion.

Der Heimatschutz zeichnet mit dieser Renovation eine ausserordentliche architektonische Leistung und eine Bauherrin aus, die sich für eine denkmalpflegerisch optimale Lösung begeistern liess.

Hans-Peter Thür