• Foto: Ruedi Walti
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Doppelkindergarten mit Tagesstrukturen, Riehen

Architektur:
Miller & Maranta dipl. Architekten ETH BSA SIA

Bauherrschaft:
Gemeinde Riehen


An der Paradiesstrasse in Riehen ist ein faszinierender Kindergarten-Neubau entstanden. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Schulhauses an der Burgstrasse und ersetzt zwei frühere Kindergärten am gleichen Standort. Da heute die Schulen auch Tagesbetreuung anbieten, die in dem historischen Schulhaus nicht unterzubringen waren, hat man in den Neubau auch diese Nutzung integriert. Er enthält also wieder zwei Kindergärten, dazu aber auch noch Aufenthaltsräume für die Primarschüler des Burgschulhauses. Für den Neubau wurde 2014 ein eingeladener Wettbewerb ausgeschrieben, der von den Architekten Miller & Maranta gewonnen wurde. 

Die Architekten haben einen L-förmigen eingeschossigen Baukörper geschaffen, der von einem hohen, weit herabgezogenen Dach bekrönt wird. Dessen Form und die asymmetrisch gestalteten Dachhüte geben dem Bau eine heimelige und zugleich phantasievolle Note. Das Gebäude ist in Leichtbauweise erstellt und auf eine Stahlplatte pavillonartig aufgesetzt. Diese ist im Erdgeschoss überstehend und bildet so vor den Fensterfronten, unter dem heruntergezogenen Dach, einen durchgehenden regengeschützten Umgang, der sehr zur Freude der Kinder sein dürfte. Die beiden Kindergärten und der Tagesstrukturbereich haben verschiedene Eingänge. Auf der Rückseite des Gebäudes liegt ein Garten mit grosszügig angelegtem Spielplatz, wo sich die Kinder herrlich bewegen und austoben können.

Das Innere des Gebäudes enthält drei Kernzonen mit den umgebenden Nebenräumen. Es gibt keine Gänge, die Räume sind durchgängig als Enfilade angelegt. Die Wände sind holzverkleidet – das Ganze ist ein Holzbau - und bewirken dadurch eine angenehme wohnliche Atmosphäre. Die Haupträume sind bis unter das Dach durchgehend hochgezogen und von Oberlichtern beleuchtet. Dadurch entsteht eine absolut faszinierende Raumwirkung. Die Nebenräume dagegen sind niedriger angelegt, mit darüber liegenden Räumen im Dachgeschoss.  Hier haben sich die Architekten im Bereich der beiden Kindergärten etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Spiel- und Erholungsplätze für die Kinder, die sich hier in heimelige Nischen zurückziehen können.

Der neue Kindergartenbau dürfte weitherum zu den schönsten Kindergärten überhaupt gehören. Dank architektonischem Können und grossem Einfühlungsvermögem ist hier ein Gebäude entstanden, das für die Kinder und ihre Betreuer, die dort sein dürfen, wohl wirklich ein kleines Paradies an der gleichnamigen Strasse sein dürfte.

Uta Feldges