• Foto: Mark Niedermann
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Einfamilienhaus Angensteinerstrasse 33, Basel

Bauherrschaft:
Gabrielle Lüscher-Engi, Hans Peter Brugger

Architekten:
Schröer Sell Architekten GmbH, Basel


Die beiden Einfamilienhäuser an der Angensteinerstrasse 31 und 33 wurden von den bedeutenden Basler Architekten Vischer & Fueter im Jahre 1896 errichtet. Dank dem Zusammenwirken einer für die besonderen Qualitäten dieses Wohnhauses sensibilisierten Bauherrschaft gepaart mit den Fähigkeiten eines für derartige Renovationsaufgaben bestens ausgewiesenen Architekturbüros resultierte für das Haus Nr. 33 eine überzeugende Gesamtrenovation, die der Heimatschutz Basel in diesem Jahr mit der Bautenprämierung auszeichnet. Das über 100 Jahre alte Baudenkmal war allenthalben etwas sanierungsbedürftig, insbesondere was die technischen Einrichtungen wie Heizung, Elektrisch, Sanitäranlagen usw. anbelangt, aber auch Verputze und Sandsteineinfassungen galt es zu reparieren und stellenweise zu erneuern. 

Küche und Nasszellen wurden technisch wie auch gestalterisch nach praktischen Kriterien und in modernem Design gehalten. Diese Erneuerungen kontrastieren ideal und äusserst zurückhaltend zum ursprünglichen Bestand in den Wohnräumen und Erschliessungszonen, wo sehr schöne Parkettböden und Terrazzo fachgerecht aufgefrischt wurden und Wände und stuckierte Decken in Weisstönen gehalten sind. 

Eine echte Herausforderung war die substanzschonende Restaurierung der Fenster unter gleichzeitiger Verbesserung ihrer energetischen Eigenschaften. Dabei konnten die wunderschönen originalen Fenster inkl. der Vorfenster erhalten und restauriert werden. Repariert und aufgefrischt wurden auch sämtliche Schlagläden sowie die raffinierten Faltläden bei den Fensteranlagen zu Terrasse und Balkonen, die in die schmalen Fensterleibungen eingepasst sind. 

Einige frühere Umbaumassnahmen, die im Lauf der Zeit das Haus unvorteilhaft verändert hatten, konnten nun in Annäherung an den Originalzustand wieder korrigiert werden. So wurde zum Beispiel der alte Lichtschacht, der vom Dach her Licht in die Kernzone brachte, reaktiviert. Zwar wurde auf die Wiederherstellung der früheren Schachtummantelung aus räumlichen und praktischen Gründen verzichtet. Jedoch gelang es, den Lichteinfall der Dachoblichts frei durch den Raum über begehbare Glaseinsätze im Boden in das Bad darunter zu leiten, was nicht nur praktisch ist, sondern auch eine besonders angenehme Tageslichtatmosphäre erzeugt. 

Es ist ein ganz besonderer Glücksfall, dass dieses zu Recht im Denkmalverzeichnis eingetragene Gebäude im Besitz einer Bauherrschaft ist, die nicht nur den Blick für das Ganze, sondern auch speziell für die Qualitäten im Detail hat. Im engen Austausch mit dem Architekturbüro Schröer Sell ergab sich eine fruchtbare und kreative Zusammenarbeit, die zu diesem insgesamt hervorragenden Ergebnis führte. Die Auszeichnung des Heimatschutzes für diese Renovation ist mehr als verdient.

Bernard Jaggi