• Foto: Kuster Frey
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Wohnüberbauung, Maiengasse 7-15 / Hebelstrasse 52, Basel

Bauherrschaft:
Einwohnergemeinde Basel-Stadt vertreten durch Immobilien Basel-Stadt/Hochbauamt Basel-Stadt

Architektur:
Esch, Sintzel Architekten, Zürich, Projektleitung Marco Rickenbacher; Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich


Die Maiengasse und die Hebelstrasse liegen in einem Quartier mit Wohnhäusern, universitären Institutionen (Campus Life Sciences, Campus Gesundheit) sowie dem Universitäts- und Kinderspital. Auf dem 4‘400 m2 grossen Areal in der Zone 4 waren ehemals Werkstätten des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD) untergebracht. Der Rückzug des BVD eröffnete dem Kanton die Chance, durch ein wirtschaftlich effizientes Nutzungskonzept erschwinglichen Wohnraum für unterschiedliche Generationen zu schaffen. Das Mehrgenerationen-Projekt wird durch einen Doppelkindergarten abgerundet. Immobilien Basel-Stadt hat bei dieser Überbauung auch ein neuartiges Vermietungsmodell angewendet, welches einen Mietzins- Bonus bei Einhaltung einer Mindestbelegung gewährt.

Insgesamt sind 55 Eineinhalb- bis Sechseinhalbzimmer- und teilweise Maisonettewohnungen, Ateliers und Hobbyräume so an der Maiengasse und Hebelstrasse entstanden. Die Baulücke zur Hebelstrasse wurde mit einem in die Häuserzeile integrierten Bau geschlossen. An der Maiengasse öffnen sich zwei V-förmig angeordnete, dreigeschossige Gebäudekomplexe zur Strasse hin und erschliessen die beiden Kindergärten und vier grosszügigen Treppenhäuser zu den Wohnungen.

Die beiden Schenkel und ihre Verbindung im südlichen Bereich schaffen im Innenhof einen idealen, gassenartigen Platz zur Begegnung, zum Verweilen und Spielen. Dieser Freiraum dient sowohl dem Doppelkindergarten als auch der Wohnqualität, schafft durch sein Potential als Wohnhof Identität und ermöglicht eine vielfältige Nutzung. Gleichzeitig vermag er zwischen privatem und öffentlichem Raum zu vermitteln. Auf beiden Seiten der Schenkel entstanden zweigeschossige Reihenhäuser mit privaten Gärten, darüber unterschiedlich grosse Geschosswohnungen. Der Neubau zur Hebelstrasse erfolgt als Vierspänner, mit attraktiven Wohnstrukturen und hohen räumlichen Qualitäten. Das Ausdrehen der Fassade gliedert den Aussenraum und bricht die Länge der hofseitigen Fassade des Häuserblocks.

Maiengasse und Hebelstrasse unterscheiden sich städtebaulich. Dies manifestiert sich auch in unterschiedlicher Bebauung, Konstruktionsweise und Materialisierung der beiden Gebäude. Das Hofgebäude ist als Holzbau konzipiert mit Stützen und Trägern als Primärstruktur. Dadurch entstehen höhere Räume als üblich, die eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlen. Die Leichtbauwände erlauben eine nachhaltige Bauweise, die an ihre Vorgänger, die alten Gewerbebauten des Hochbauamts erinnert. 

Das online-Portal Architektur Basel würdigt die Baute wie folgt: „Es ist einer der sehenswertesten Beiträge der vergangenen Jahre in Sachen Wohnungsbau in Basel. Die Rede ist von der Wohnüberbauung an der Maiengasse. Es handelt sich um eine kleinmasstäbliche Verdichtung eines ehemaligen Werkhofs der Stadt Basel. Ein Holzbau, der in vielerlei Hinsicht innovativ ist.»

Dieser Einschätzung schliesst sich der Heimatschutz Basel sehr gerne an und zeichnet das Bauwerk mit Überzeugung aus.

Hans-Peter Thür