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Basel, das innere Kleinbasel, Bauten des Fin den Siècle

Anders als das durch die Jahrtausende gewachsene Grossbasel war Kleinbasel von Anfang an eine geplante Stadt. Von ihrer Hauptachse im Verlauf der um 1230 erbauten Brücke gingen drei dazu quer angelegte Strassen ab, und alles wurde eingefasst in einen unregelmässig rechteckigen Mauerring.

Aufgrund der industriellen Revolution strömten im Laufe des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Masse Menschen aus oft verarmten ländlichen Gebieten in die Städte auf der Suche nach einem geregelten Einkommen – und mochte es noch so bescheiden sein. Diese Entwicklung erfasste auch Basel, so dass sich dessen Bevölkerung von der Mitte des 19. Jahrhunderts an innerhalb von sechzig Jahren auf 130 000 Einwohner vervierfachte. Zur Überwindung der drangvollen Enge mussten zwischen 1860 und 1880 die mittelalterliche Stadtbefestigung weichen und neuer Raum geschaffen werden.

Nach der Entfestigung wurden ausserhalb des ehemaligen Mauerverlaufs den Ausfallstrassen folgend neue Quartiere angelegt. Bereits bestehende Achsen griff man rasterartig auf und baute sie aus, wobei die topographischen Gegebenheiten des Rheinknies sich ebenfalls auswirkten. So entstanden als frühestes Vorstadtgebiet das Viertel Clara, in welchem sich viel Industrie ansiedelte, dann die Viertel Wettstein, Matthäus und Klybeck/Horburg, an die sich bald Rosental und Hirzbrunnen anschlossen. Einen starken Impuls gab die Erbauung des Badischen Bahnhofs 1859-1862 am Riehenring (bis 1916 Bahnhofstrasse). Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Bahnhof dann an den heutigen weiter stadtauswärts gelegenen Standort an der Schwarzwaldallee verlegt. 1879 setzte die Fertigstellung der Wettsteinbrücke einen weiteren wichtigen Akzent in der Stadtentwicklung.

Um den dringend benötigten Wohnraum zu schaff en, wurden – privilegierte Lagen wie am Rheinufer ausgenommen – als ein Novum vor allem mehrgeschossige Mietshäuser erbaut, zwischen denen auch Werkstatt- und Baubetriebe sowie Industrieanlagen unterschiedlicher Grösse Platz fanden, nicht zu vergessen die zahlreichen Eckläden und Gaststätten. Zum Ausbau der Infrastruktur gehörte ebenso die Errichtung zahlreicher Schulhäuser, einer reformierten und einer katholischen Kirche und des Badischen Bahnhofs.

Drei Bauunternehmer haben diese Entwicklungsphase besonders stark geprägt: Das Unternehmen von Rudolf Linder mit Adolf Visscher van Gaasbeek in grossen Teilen des Wettsteinquartiers, Gustav Doppler, der mit seiner Handschrift vor allem den Matthäusplatz prägte, und der fast allgegenwärtige Eduard Pfrunder, dessen Bauten eine eindrückliche Abfolge der damaligen Stilstufen vom Neubarock bis zu ausgefallenen Jugendstilformulierungen vor Augen führen.


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