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Medienmitteilungen

Mittwoch, 8. November 2017

Bautenprämierungen 2017

Der Heimatschutz Basel prämiert jährlich seit 1969 fachmännisch renovierte Altbauten und vorbildliche Neubauten. An seiner Jahresversammlung vom 8. November 2017 in der Aula des naturhistorischen Museums zeichnete er folgende zwei Bauten und eine Stiftung aus:

Renovation Altstadthaus Lindenberg 15 
Bauherrschaft: Juliane Neuss-Münzel und Roland Münzel

Ein besonderes Merkmal des schmalen Altstadthauses ist seine Uhr, die die spätbarocke Fassade auszeichnet. Dahinter verbirgt sich ein ehemaliges Handwerkerhaus, dessen Ursprünge ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Kleinräumig verwinkelten Strukturen bestimmen den besonderen Charakter des dreigeschossigen Hauses und sind nun dank der erfolgten Gesamtrenovation wieder klarer ablesbar als vorher. Es ist das Verdienst der neuen Eigentümerschaft, dass sie diesem historisch gewachsenen Gebäude all seine Jahrringe belassen und mit wenig baulichen Interventionen ein charmantes Wohnhaus mit viel Cachet geschaffen haben. Bereits nach dem Erwerb der Liegenschaft vor rund einem Jahr war es Ihnen ein Anliegen, den Denkmalwert des Hauses auf dem Weg einer privatrechtlichen Unterschutzstellung sicher zu stellen. Auch nach der durchwegs gelungenen Aussenrenovation wirkt das Gebäude mit seinen schlichten Fenstern mit Stichbögen spätbarocker Ausprägung und seitlich angeordnetem Schaufenster im Erdgeschoss zwar immer noch bescheiden, aber gleichwohl als besonderes Kleinod neben den hohen Nachbarhäusern am Lindenberg. Es ist auch schön, dass dieses Ladenfenster mit klassizistischer Umrahmung neben der Haustüre weiterhin als Schaufenster dienen soll. Insgesamt ist es eine gelungene Renovation, deren Schwerpunkt weniger auf der architektonischen Leistung, sondern vielmehr auf der mit Sorgfalt massgeschneiderten Umsetzung beruht. Vieles wurde erhalten und instandgesetzt. Der schonende Umgang mit der vielfältig überlieferten Bausubstanz ist das grosse Verdienst dieser Renovation und dafür soll das Eigentümerpaar ausgezeichnet werden. Neubau Pflegeheim

Marthastift, Friedrich-Miescher-Strasse 1, Basel
Bauherrschaft: Stiftung Marthastift, Basel
Baukommission: Alfred Hersberger (Präsident), Toni Perrig, Ruth Pleuser, Jessica Brunner
Architekten: Hanspeter Müller und Roland Naegelin, Architekten BSA, Ateliergemeinschaft Basel

Das Alters- und Pflegeheim Marthastift hat einen radikal mutigen Schritt in die Moderne gewagt und am Stadtrand einen topmodernen grosszügigen Neubau errichten lassen. In einem Wettbewerbsverfahren siegten die Architekten Müller & Naegelin, die ein Bauwerk von harmonischen Proportionen, ansprechenden Materialien und kluger Raumaufteilung schufen. Das neue Marthastift ist ein Pflegezentrum für Demenz und für psychogeriatrische Erkrankungen. Der Neubau an der Ecke Flughafenstrasse/Friedrich Miescherstrasse präsentiert sich zur Strassenkreuzung hin als strenger viergeschossiger Eckbau, zur Rückseite mit differenziert ausgeformten Bauvolumen, die die Aussenräume einbeziehen. Grosse Fensterflächen und grosszügige Loggien prägen hier die Architektur. Vom Haupteingang an der Friedrich Miescher-Strasse 1 kommt man in einen öffentlich zugänglichen Bereich, der eine Caféteria für jedermann enthält. Für die Pflegebedürftigen in den geschlossenen Abteilungen sind vor allem die Obergeschosse reserviert. Die verwendeten Materialien für Böden und Wände und auch die Möbel sind sehr sorgfältig ausgewählt. Eine harmonische Farbwahl und viel Tageslicht sorgen für eine gute Atmosphäre. Für graue Tage hat man eine raffiniert ausgeklügelte Beleuchtung installiert. Eine besondere Qualität des neuen Marthastifts besteht auch in der Kombination von Innen- und Aussenräumen. Verschiedene Höfe und eine wundervolle Gartengestaltung, mit zahlreichen verschlungenen Wegen, bieten den Bewohnern viel Bewegungsfreiheit. Architekten und Bauherrschaft haben hier Hervorragendes geleistet. Besser ist ein Pflegeheim wohl kaum vorstellbar.

 

Würdigung der Singenberg-Stiftung der Familie Koechlin

Für eine moderne Vereinsarbeit braucht es eben zweierlei: ehrenamtliches Engagement und eine professionelle Basis, für welches die nicht unbeträchtlichen Mittel aufgebracht werden müssen. Dafür braucht es Gönner, welche die grundsätzliche Stossrichtung der Vereinsarbeit befürworten und unterstützen. Die Singenberg-Stiftung unter ihrem Präsidenten Dr. Hartmann P. Koechlin hat während mehr als fünfzehn Jahren den Heimatschutz Basel und seine Geschäftsstelle mit namhaften Mitteln unterstützt. Letzteres ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit, denn in der Regel unterstützen Stiftungen lieber konkrete Projekte als die administrative und politisch-organisatorische Vereinstätigkeit. Ab dem Jahr 2000 finanzierte dieSingenberg-Stiftung die dringend benötigte Heimatschutz- Geschäftsstelle während fünf Jahren mit einem fünfstelligen Betrag, Die erste Geschäftsführerin, Barbara Neidhardt, konnte ihre Tätigkeit aufnehmen und damit die Präsenz unseres Verbandes in der Öffentlichkeit deutlich verbessern. Die Singenberg-Stiftung hat überdies in den letzten Jahren auch konkrete Projekte wie die Informationsbroschüren zur Baukultur, Führungen durch Baudenkmäler und die Bautenprämierung finanziert. Der Heimatschutz Basel ist der Singenberg-Stiftung für die langjährige finanzielle Unterstützung und damit für die wesentliche die Stärkung der heimat- und denkmalschützerischen Belange in Basel ausserordentlich dankbar. Denn nur mit einer potenten Geschäftsstelle kann sich der Heimatschutz Basel effektiv in der heutigen Zeit "Für eine schöne Stadt Basel" einsetzen. Dieses aussergewöhnliche Engagement der Singenberg-Stiftung würdigt unser Verein mit der Auszeichnung für besondere Verdienste um die Basler Baukultur.

Kontakt: Paul Dilitz, Geschäftsführer 076 680 25 70

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